Simba

Hannoveraner, Wallach, geb. 2005

Ich hatte einige Zeit im Internet gesucht, mir auch einige Pferde angeschaut, aber keins davon sollte es sein. Bei Simba hätte ich am Liebsten ohne Probereiten den Kauf zugesagt, der freche, unerschrockene Blick auf dem Verkaufsfoto, auf dem er ohne Sattel über eine Plane geritten wird, neben der zwei Kinder mit Regenschirmen stehen, hatte es mir absolut angetan.

Und so zog Simba im Juli 2009 bei mir ein.

Ich hatte immer von meinem Seelenpferd geträumt, jetzt stand es vor mir und ich hatte nicht vor, ihm seine Stärke, Freiheit und Ausstrahlung zu nehmen. Nach der Findungsphase mit verschiedenen Trainern habe ich entschlossen, Simba alleine auszubilden – etwas, das ich bis heute nicht bereue. Alles, was ich über Pferde und Pferdeausbildung weiß, habe ich von Simba und Dreamer gelernt.

„Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde einen Teil behalten. Lass mich es tun, und ich werde es verstehen.“ (Konfuzius)

Simba hatte nicht verlernt, seinen Willen zu zeigen. Nachdem er aber beschlossen hatte, mich zu mögen, kam seine Gehorsamkeit und der Wunsch zu gefallen durch. Wo Dreamer ganz klar „Dagegen“ schrie, flüsterte Simba oft noch „Ich will zwar nicht, aber mach.“ Es fiel mir sehr viel schwerer, auf diese leisen Worte zu hören – ich habe bittere Lektionen gelernt in Situationen, in denen nur mein Geist wollte, was unsere Körper taten. Unser größter Erfolg ist es, dass nun auch die Freiarbeit funktioniert. Hier zeigte Simba ganz lange den Druck, den ich unbewusst noch aufrecht erhielt, indem er einfach nicht oder bestenfalls lustlos mitmachte…

So lernte ich von Simba Respekt vor anderen Meinungen, Akzeptieren von leise ausgesprochenem „Nein“, Vertrauen und Gegenseitigkeit.

Simba ist ein Clown, er liebt es, sich zu zeigen, Kunststücke vorzuführen, zu gefallen. Darüber hinaus ist er für fast alles zu begeistern, was ich ihm vorschlage. Ihn kann ich jederzeit wild und ungestüm sein lassen, da er aufmerksam und feinfühlig genug ist, sofort wieder bei mir zu sein, wenn es an der Zeit dafür ist. Ich kann mich jederzeit auf meinen schwarzen Teuel verlassen.

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Beziehungen brauchen Zeit, um zu wachsen. Wir mussten lernen, im Vertrauen miteinander umzugehen, dem anderen Fehler und Dummheiten zu verzeihen und trotzdem weiter an das große Ganze zu glauben…

„Ich suche Freunde. Was bedeutet Zähmen?“ – „Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache“, sagte der Fuchs. „Es bedeutet, sich ‚vertraut machen'“. – „Vertraut machen?“ „Gewiss. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein.“

(Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry)