Geländetraining – entspannt vorwärts!

Am ersten Juniwochenende war ich bei Yvonne Heynckes auf einem Kurs bei Bent Branderup. Der Hof ist ein Ponyhof, auf dem es herrlich unkonventionell und praxisnah zugeht und eine entspannte fröhliche Art Allem zugrunde liegt.

So traten einige Reiter am Donnerstagnachmittag einen Ausritt an, statt noch dringende Dressurbasics auf dem Platz zu üben.
Ich hatte nur meinen Fellsattel mit – seit dem Praktikum bei Marius Schneider vor 4 Jahren reite ich fast ausschließlich damit. AUCH im Gelände. So hatte ich keine Bedenken, mich damit Yvonnes Gruppe anzuschließen, die diese mit einem ihrer Isländer anführte.

Nach der ersten Trabstrecke dachte ich anders.

„So schnell“ (der Isländer war immer noch vorne…) war ich lange nicht im Gelände unterwegs. Und dabei sind wir nur ein paar hundert Meter im Trab geritten, Steigerungspotenzial nach oben war also noch deutlich vorhanden.

Obwohl es für mich sau-unbequem war (in dem Tempo ist es auf einem Warmblut ohne Steigbügel dann doch nicht mehr so schön…) – Simba hat dieser einstündige kurze, schnelle Ritt unheimlich gut getan. War er vorher noch nervös aufgrund der fremden Umgebung, stand er danach dösend und zufrieden auf seinem Paddock.

Es macht ja auch Sinn: Pferde sind Lauftiere. Je länger sie das nicht tun dürfen, desto spinniger werden sie bei den ersten Malen sein, wenn die Zügel dann doch mal hingegeben werden.

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Welche Voraussetzungen solltet ihr schaffen, wenn ihr damit anfangt?

1. Sucht euch Ausrüstung, die euch die größtmögliche Sicherheit bietet und trotzdem noch pferdegerecht ist. Das subjektive Empfinden ist da unterschiedlich – die Pferde reagieren aber zuverlässig immer darauf, wenn der Reiter eigentlich Angst hat.

1. Sucht euch eine sichere Gruppe, mit Pferden, denen flottes Geländetraining nichts Neues ist und die dabei völlig gelassen bleiben.
(Simba heizt sich schnell auf, aber die tolle Gruppe hat das absolut verhindert, wir konnten sogar als Schlusslicht reiten.)

2. Sucht euch Gelände, in dem ihr euer Pferd laufen lassen könnt, bis es einen ruhigen Rhythmus gefunden hat. Für euch wird das ein Unterschied sein, wenn nicht die nächste Straße in 300 Meter euren Weg quert…

3. Sucht das Tempo, in dem euer Pferd locker mit schwingendem Rücken vorwärts läuft und welches es eine Weile halten kann. Im Schritt, Trab und Galopp.

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Mit der richtigen Gruppe bleibt es auch mit Handpferd und Jungpferd entspannt =) Foto: Yvonne Heynckes

 

Schritt baut schonend Kondition und Muskeln auf, Trab sorgt für einen gleichmäßigen Rhythmus und im Galopp trainiert ihr ausgezeichnet die Atmung eurer Pferde (das hat mit der Bewegung des Brustkorbes bei den Galoppsprüngen zu tun).

Gerade als Gegensatz für die Dressurarbeit auf dem Platz, wo penibel jeder Huf kontrolliert und an der Versammlung gearbeitet wird, ist dieses Vorwärts wichtig. Die Pferde dürfen – genau wie wir – weder anfangen, zu perfektionistisch zu denken noch den Vorwärtsdrang zu verlieren. Schließlich wollen wir auch in der Levade noch eine Bewegungsrichtung spüren können, um daraus jede Bewegung nach vorne sofort umsetzen zu können.

Ich habe mir für diesen Sommer vorgenommen, regelmäßig zu Ausflügen ins Gelände aufzubrechen und Simba „laufen zu lassen“ (mit Sattel und Steigbügeln!).

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