Träume – und wie sie wahr werden.

So einfach, wie mir der Alltag mit Simba und Dreamer heute fällt – und wie er auf die Menschen in unserem Umfeld wirkt – war er nicht immer. Im Gegenteil.

Durch ein Gespräch mit einer Freundin ist mir letztens wieder bewusst geworden, das genau DAS aber angenommen wird. Mein Umfeld hat alles ‚Negative‘ vergessen. Ich habe aber nicht vergessen, wie viel Überwindung, Neugier, Tränen, Fleiß und Arbeit es neben all der Freude gekostet hat, an meinen Träumen festzuhalten und an den heutigen Punkt zu gelangen. Davon haben viele aber nichts oder nur einen Bruchteil mitbekommen…

Wie war also unser Weg? Welche Stationen gab es? Dazu gibt heute und in den nächsten Wochen einen Überblick.

Zuerst der schlimmste Teil. Seelenstriptease, in Wort und Bild.

Nach dem Kauf von meinem Schwarzen kam natürlich erst der Höhenflug: das eigene Pferd ist da, wunderschön ist es – und alles andere wird von allein folgen. Es wird sich reiten lassen, Muskeln aufbauen und bald würden wir in schönster Manier auf Dressurturnieren jenseits der Klasse L unterwegs sein.

Ganz so kam es nicht. Stattdessen tauchten die ersten Probleme auf. Pusteln in der Sattellage, nach dem Abnehmen der Vordereisen ein tickendes Pferd, beim Aufsteigen wollte der Gute nicht stehen, sondern steigen. Überhaupt wollte er so einiges nicht, was ich wollte: geritten und longiert werden zum Bespiel. Guten Rat gab es von allen Seiten.

„Der Gaul kann nur mit Eisen laufen!“

„Du musst ihn mal RICHTIG reiten, der muss schon nass sein nach der Arbeit!“

„Wenn er sich nicht stellt, zieh die Longe doch durch den Gebissring zum Longiergurt!“

„Der ist dominant, lass dir das nicht gefallen!“

Kennt ihr solche oder ähnliche Ratschläge? Der eine riet zu Sattler A, der andere zu Sattler B. Reitlehrer C gab einen konträren Tipp zu Reitlehrer D. Wem vertraut man da in welchen Bereichen? Vor allem, wenn jede Entscheidung auch gleich wieder einen Haufen Geld kostet? Und wie oft lässt man sich überreden, weil die Person gegenüber ja viel kompetenter ist und es schon besser wissen wird?

Mir ging es zu der Zeit wirklich nicht gut. Solange man noch nicht weiß, WAS man WO genau überhaupt sucht, ähnelt das stark Topfschlagen im Minenfeld. Wir hatten viele gute Momente, ich kann meiner Fellnase nämlich wirklich nicht vorwerfen, dass sie sich nicht immer redlich Mühe gegeben hat, mich zu verstehen und mitzuarbeiten. Es gab aber genauso viele deprimierende, niederschmetternde Momente. In denen bin ich heulend und geschafft vom gestressten, geschwitzten Simba gestiegen nach der Reitstunde und habe leider oft genug meine Ratlosigkeit und Verzweiflung an ihm ausgelassen. Es gab eine Zeit, in der ich so stark an mir gezweifelt habe, dass ich in Erwägung gezogen habe, Simba jemand Qualifizierterem anzuvertrauen und ihn abzugeben, damit es ihm endlich besser geht.

Absoluter Tiefpunkt für uns war der Sommer 2011. Obwohl ich schon so viel gelesen und eigentlich zum Besseren verändert hatte, sah Simba von Tag zu Tag schlechter aus. Vor lauter Sorge bin ich jeden Tag zum Stall gefahren, habe ihn zugefüttert mit Müsli und Aufbaupräparaten, ihn kaum geritten, sondern longiert. Und vor lauter Sorge bin ich selbst auch zu nichts mehr gekommen.

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Simba im Sommer 2011 – Körper und Seele nicht in Ordnung

 

Ich stand oft ziemlich einsam und belächelt da – weder die Umstellung auf Barhuf, noch die Umstellung in einen Offenstall, das zeitweise Reiten ohne Gebiss, das Longieren am Kappzaum ohne Ausbinder, die Bodenarbeit, das Füttern von Kräutern oder das Bestehen auf Heu fanden Zustimmung bei Stallbesitzern und Reitkollegen. Im Gegenteil. Und bis dato hatte es ja auch tatsächlich zumindest keine sichtbaren Erfolge hervorgebracht.

Für uns hat es sich aber gut angefühlt. Deswegen haben wir weiter gemacht – und nach und nach wendete sich das Blatt. Es fiel auf, dass Simba mir so freundlich, interessiert und zugewandt begegnet, dass er sich freut, mich zu sehen. Es fanden sich wieder Weggefährten zum Austausch, gemeinsamen Ritten und Stunden.

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen.“ (Thomas Alva Edison)

Genau so ist es. Ich hätte aufgeben können – dann wäre alles geblieben, wie es war. Da es nicht gut war, keine akzeptable Situation. Stattdessen habe ich trotz allem immer meine Träume im Kopf gehabt. Und proaktiv nach Lösungen gesucht – ich habe vor allem zunächst aufgehört, Fachleuten mehr zu vertrauen als meinem Gefühl. Dadurch begann sich dieses wieder zu entwickeln – ICH möchte mit Simba schöne Zeit verbringen, niemand anderes.

Mit Glück hat unsere heutige Situation am wenigsten zu tun. Genauso wenig an der hervorragenden Veranlagung meines Pferdes oder angeborenen Talents von mir. Auch Geld konnte und hat uns nichts geschenkt. Nichts davon hat uns weiter gebracht, sondern die Entscheidung, auf jeden Fall trotz Rückschlägen so lange nach Verbesserungen zu suchen, bis wir zufrieden sind. Und das kann ich nur jedem von Euch auch raten! Glaubt an euch und eure Pferde, greift nach dem Traum in euch und spürt das Gefühl – und dann macht euch auf den Weg.

Wo steht ihr gerade? Was sind eure Träume? Und was tut ihr, um ihnen näher zu kommen? Ich freue mich über eure Erfahrungen = )

 

Dreams – and how they come true…

The handling with Simba and Dreamer looks very smooth today – that wasn’t normal a few years ago. On the contrary. 

In a conversation with a friend I got recently aware of the fact, that although most people think, that our horses were thand handsome from the beginning. All of them don’t know the ’negative‘ behaviour of Simba and Dreamer. But I did NOT forget all the willpower, curiosity, tears, diligence and work we put into our relationship and education to grow together.

So: What was our way? Which points were on it? I will tell you today and in the next weeks.

For now: the worst part. Soul Striptease.

After Simba was mine, all the illusions went quite fast. Neither the training was joyful, nor was Simba really healthy nor happy. He didn’t want to to many of the things, I wanted, e.g. being ridden or worked on the longe. I could have had devices from every direction. Once told me to buy saddle a, the next one better to buy saddle b. Trainer C had a contrarily task than trainer D. You know that problem? Whom should I trust? Especially, if every decision cost a lot of money…

I was not happy during that time. I didn’t know WHAT to search WHERE – that was like beating pots in a minefield (you know, what I mean?). There were a lot of great moments in harmony – Simba was often involved to get my ideas right. But there where overwhelming moments of depression, fear and despair. There was a time, I was not sure, if I am the right owner for my beautiful horse. Should I just entrust him someone, who would be more qualified to take care of him?

That was the time of the summer 2011. Simba looked worse every day. He got special feed, I went to the stable every day, he was not ridden, I just did work from the ground. Often, everyone just smiled about my ’stupid‘ ideas like riding bridleless, longing with a cavecon, working from the ground, feeding him just hay and herbs. Okay, but I have to tell, that till then, there weren’t any benefits we gained from all that.

But it felt good for us, so we continued. And step after step we climbed up the ladder out of hell. We got to know new companions, which shared our mind.

„Our worst weakness is to give up. The safest way to success is to try again.“ (Thomas Alva Edison)

That’s it!! I could have given up – and nothing would have changed. But the situation was awful, so I kept on dreaming. I search for solutions – and at first, I stopped believing in ‚experts‘ and started to listen to my feelings. That was the best decision – I want to enjoy time with Simba, noone else.

There is nothing about ‚luck‘ in our present situation, nothing about a special talent or a huge amount of money. Just our persistent will to improve until we are content. That’s what I want to tell you: believe in yourself and your dreams! Just keep going…

Tell me, what are your plans and dreams?

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