Wer bist du?

Nach einem Monat in Dänemark war Simba das erste Mal drei Wochen lang so lahm, dass an Unterricht kaum zu denken war. Hier könnt ihr nachlesen, warum ich dennoch total glücklich bin, geblieben zu sein. Nachdem er wieder fit war, konnten wir weiterarbeiten, aber nur für ungefähr drei Wochen, danach kam er abends auf drei Beinen vom Paddock gehumpelt. Ein Hufgeschwür bedeutete dann das Ende für unsere Arbeit dort.

Beim ersten Mal war ich enttäuscht, sauer, ungeduldig und hätte am liebsten über das Lahmen hinweg arbeiten gewollt. Simba macht viel mit, aber er hat mir gezeigt, dass er nicht kann. Also habe ich gelernt, meine Erwartungen zurück zu nehmen.

Beim zweiten Mal war ich gelassen. Es war ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Simba war munter, er wollte mir nach wie vor zeigen, wie toll er ist mittels Kasperkram und Zirkusquatsch – die akademische Arbeit würde uns schon nicht weglaufen.

In diese Gelassenheit kam ein unfassbar liebes Angebot von Kathrin. Da ihre Unterrichtswoche in Deutschland anstand, dürfte ich im Unterricht mit ihrem Frederiksborger Indus arbeiten. Kathrin und ich kennen uns seit 3 Jahren, sie hat uns regelmäßig unterrichtet und kennt meinen Umgang mit Simba – und dennoch ist es ein riesiger Vertrauensvorschuss, mir ihr Pferd an die Hand zu geben! Vor allem, wo ich doch weiß, dass Kathrin mit ihren Pferde sonst ausschließlich selbst trainiert. Ich habe mich tierisch gefreut – und die Möglichkeit liebend gerne angenommen, mit einem weiter und feiner ausgebildeten Pferd zu lernen.

Indus Belohnung

So kam es, dass Indus und ich uns gegenüberstanden und uns jeweils fragten: „Wer bist du?“ Nach so vielen Jahren und der daraus folgenden Vertrautheit mit Simba und Dreamer war dieses Herantasten und neu Entdecken extrem spannend! Kathrin hat eine deutlich differenziertere Hilfengebung und Körpersprache. Wo Simba stoisch weiterläuft, ohne sich um mich zu kümmern, ist Indus die ersten Male entweder urplötzlich stehen geblieben oder ‚ohne Grund‘ schneller geworden…

„Eine Hilfe ist nicht das, was du tust, sondern das, was das Pferd versteht!“

(Bent Branderup)

Für ihn war es nicht logisch, wenn mein Körper „Halt“ sagte, die sekundären Hilfen ihn aber voran trieben. Er war auch nicht der Ansicht, dass er meine unruhigen Hilfen ignorieren solle – und lief zunächst nicht allzu stabil.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass es mit Bents Unterricht nicht so lange gedauert hat, bis wir uns einigermaßen sicher waren, was der jeweils andere meint. In meiner letzten Stunde in Dänemark haben wir es geschafft, an der Longe eine stabile Form im Rahmen der Hilfen zu halten (im Schritt, aber das versteht sich von selbst…). Ein grandioses Gefühl =)

Indus Trab

Vielen vielen Dank Kathrin – für dein Vertrauen, mir dein Pferd zu überlassen…

…und Indus – für deine Bereitschaft, meinen ungeschickten Hilfen zuzuhören und ergründen zu wollen, was sie eigentlich sagen wollen!

 

(Titelfoto: Stefan Bigusch)

 

Who are you?

After one month in Denmark it was the first time, that Simba was lame and there was no chance to take lessons at all. I’ve written about why am I happy that I stayed due to that circumstances before. When he was fine again, we started work once more. But it just worked for three weeks, than he got an inflammation in one hoof and because there were just two weeks left, that was the end for our work in Denmark this time.

The first time, I was disappointed and angry and – shame on me – I would have tried to work over the lameness, if Simba hadn’t shown that clearly he can’t. So I learned to tone down my expectations.

The second time, I was calm. It still was really annoying, but it would not mean the end of the world. ; ) I recognized, that my lovely horse was still the same clown and wanted to impress me with some zirzensik stuff or just with stuff like saying ‚yes‘ or ’no‘. …and at last, the Academic Art of Riding won’t run away.

Among this serenity there was a talk with Kathrin in which she offered me to work with her Frederiksborger Indus during she’ll be in Germany for her lessons. = ) We know each other for almost three years, she knows my work with Simba from quite the beginning – nevertheless it is really generous and trusting to commit me her horse! Even more, than I know, that normally it is just Kathrin working with her horses. I was blisfully happy and take the chance to work with Indus, who is much finer and more advanced in his education.

Standing in front of each other, we had to ask each other „Who are you?“. After all the years of familiarity with Simba and Dreamer as well it was a strange Situation, but it was an exciting and demanding task. Kathrin has a more differenciated body language and finer aids. When Simba just stays stoic in the face of my partly chaotic behaviour, Indus suddenly stopped or got faster – „without“ any reason… ; )

„An aid is not what you do, but what your horse understands!“

(Bent Branderup)

Each time, my body told Indus the opposite of the given aids, he reacts with Irritation. It was not his Intention to ignore my unclear aids – so at first, he didn’t walk that proper.

The more I was delighted when our work gets better after quite a short time of Bents lessons. In our last lesson in Denmark we reached a good shape and form on the Longe (of course, just in walk). A really terrific Feeling!

Thank you so much, Kathrin – for your trust to let me work with your horse…

…and Indus, for your readiness to listen to my clumsy aids and to think about the real meaning of them!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s