Freiheit auf Ehrenwort – im Umgang…

Warum der Name des Blogs – Freiheit auf Ehrenwort?

„Gib dem Pferd die Form, die es benötigt, und lasse es gewähren!“

(Nuno Oliviera)

Ich erinnere mich an eine absolute Horrorstory vom Anfang unserer gemeinsamen Zeit.

Meine Schwester, ihr Wallach Dreamer, Simba und ich waren gemeinsam draußen, die Fellnasen wollten grasen und wir Zweibeiner quatschen.
Dreamer grast immer im Umkreis der Person, die den Strick hält. Simba nicht, er wandert und man muss folgen.

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„Freies Grasen“ – noch gings gut…

Oder, wie ich damals, mit den Worten „Der läuft schon nicht weg!“ den Strick lösen. Grenzenlose Überschätzung des zu der Zeit längst nicht ausreichend geflochtenen Bandes zwischen uns. Es ging gut, bis Simba den Kopf hob und feststellte, dass es Frühling und gutes Wetter ist, dass er ein übermütiges Jungpferd (grade mal 5 war er) und damit ein Lauftier ist und dass um ihn herum offenes Land ist.
Weg war er. O.o

Durch Glück und Zufall ist damals nichts passiert.

Aber ich habe zwei Dinge gelernt:
1. Dass es noch dauern wird, die Verbindung zwischen uns aufzubauen und genug Achtsamkeit zu haben, diese ständig im Gespür zu halten.
2. Dass ich nicht aufhören mag, bis es soweit ist, weil der freie Wille zum Bleiben genau das ist, was dieses unbeschreibliche Gefühl von Zusammengehörigkeit gibt.

(Auch damals gab es wunderschöne Zeiten, nur waren wir eben noch lange nicht so aufeinander eingespielt und liefen – beide mit guten Ideen – oft eher nebeneinander her, ohne uns diese mitteilen zu können.)

Im letzten Sommer waren wir zu einem Shooting im Wald. Simba allein, Shooting mit Kandare (die war noch neu für uns), transportable Blitze, Dickicht.

Meine Fellnase war die ganze Zeit bei mir, ruhig, mit weichen Augen.
Das war einer der häufiger werdenden Momente, indem klar war, dass ich ihn freilassen kann und er bleiben wird. (…und dieser wurde festgehalten. Fotos: Stefan Bigusch)

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Perfekter Moment im Wald

Ich bin – weil der dominanz- und strafgeprägte Umgang nicht funktioniert hat – zu einem verständnis- und vertrauensvollen Umgang gelangt. Ich gewähre Simba durchaus seinen Willen, auch wenn ich mir das Recht behalte, Nein zu seinen Vorschlägen zu sagen. Ich gebe eine (Umgangs-) Form vor, und vertraue dann darauf, dass er meine Zugeständnisse nicht ausnutzen wird. Und genauso vertraut er darauf, dass ich seine Vorschläge höre. Eine Kommunikation entsteht, die an Tagen wie im letzten Sommer dazu führt, dass kein Seil, kein Kopfstück, nichts nötig ist, die Verbindung aufrecht zu erhalten.

 

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Freedom in trust – during everyday-life…

Why did I choose the name of the blog – Freiheit auf Ehrenwort, in english words ‚freedom in trust‘?

„Give the horse the shape it needs – and let him grant.“ (Nuno Oliviera)

I remember a horrible situation just in the beginning of our time as it was yesterday. 

My sister, her gelding dreamer, Simba and me were outside on the fields. The ‚fur noses‘ wanted to eat grass – and we wanted to talk a little. Dreamer is polite – he just circles around the person, who is holding him. Simba isn’t – he goes around, where he wants to be and where he thinks the grass is even more delicious. One has to follow (up to these days *fg*). 

Or – as I did – put the rope off with the words „Oh, he won’t gonna run away!“ Limitless self-esteem of the relationship between us, which wasn’t that deeply bound till that time. Everything was fine, until Simba raised the head and realised, that it is spring and a great sunny day, he’s a young horse (he was almost 5 years old) and a running animal and around him there is open landscape. And than he was gone. O.o

Just because of luck and coincidence nothing happened. 

But I learned two things: 

1. It will take a long time to build a relationship and the attentiveness to keep it in mind all the time

2. I won’t quit this try until this became reality because exactly this – the free will to stay – is what triggers a fantastic feeling of fellowship.

(There were great days as well – but we weren’t really close and often we just walked beside without being able to hear and understand each other.)

During the last summer, we did a shooting in a forest. Simba without his herd, a curb (it was new for us…), flashes, thicket. My beautiful horse was just with me – calm and with soft eyes. I felt, I can set him free, he will stay. (And that time there was someone to take pictures of it.)

This idea with the handling on a base of dominance and punishment – it had not worked for us. So we reached a handling with trust and understanding. I am happy that Simba tells me his wishes – although I keep the right to say ’no‘ to some of them. I give a shape – and then I trust him that he won’t exploit my consessions. As well he trusts me, that I’m listening to him. A communication is growing which leads us to days like last summer when there is nothing necessary to hold the connection between us. 

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